Finanzielle Belastung steigt

Eigenanteil von Pflegeheim-Bewohnern klettert im Schnitt auf 2.400 Euro

© picture alliance / Sven Simon | Malte Ossowski
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) besucht ein Pflegeheim.
Der Eigenanteil von Pflegebedürftigen, die im Pflegeheim leben, liegt inzwischen im Schnitt bei mehr als 2.400 Euro monatlich. Zu diesem Ergebnis kommt das Wissenschaftliche Institut der AOK (Wido). Tendenz weiter steigend.

Mehr als 2.400 Euro müssen Pflegebedürftige monatlich im Schnitt als Eigenanteil für die Unterbringung im Heim bezahlen. Das hat eine Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido) ergeben.

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Danach lagen die Gesamtkosten für einen Heimplatz Ende 2024 bei durchschnittlich 4.701 Euro. Davon zahlte die Pflegekasse durchschnittlich 1.470 Euro. Zusätzlich bekamen die Bewohnerinnen und Bewohner von der Pflegeversicherung durchschnittlich 807 Euro pro Monat für ihre pflegebedingten Eigenanteile in Form der nach Wohndauer gestaffelten Zuschläge erstattet.

Durchschnittlich 950 Euro mussten sie selbst für die Pflege zuzahlen, hinzu kamen im Schnitt 977 Euro für Unterkunft und Verpflegung sowie 497 Euro für Investitionskosten. Daraus ergibt sich nach Abzug der Zuschläge eine durchschnittliche Gesamtbelastung von 2.424 Euro pro Monat.

Der Wert liege damit wieder deutlich über dem Niveau von vor der Einführung der nach Wohndauer gestaffelten Zuschläge zur Entlastung, die seit dem 1. Januar 2022 greifen. Bei den Pflegebedürftigen mit langer Wohndauer hätten die Zuschläge indes für Entlastung gesorgt.

So hatten Bewohner mit einer Wohndauer von mehr als drei Jahren – das sind rund 40 Prozent der vollstationär Pflegebedürftigen – im vergangenen Jahr eine Gesamtbelastung von nur 1.913 Euro zu tragen, so das Wido. „Insgesamt ist der Trend zu immer höheren Eigenanteilen allerdings ungebrochen“, warnt David Scheller-Kreinsen, stellvertretender Geschäftsführer des Wido.

Leistungssätze steigen, Zuzahlungen aber auch

Mit Beginn des Jahres 2025 werden die allgemeinen Leistungssätze der Pflegeversicherung steigen. Ein Beispiel: Statt bisher 1.775 Euro pro Monat bei Pflegegrad 4 gibt es dann 1.855 Euro (plus 4,5 Prozent). „Trotz der Zuschüsse zur Entlastung und der Dynamisierung der Leistungen steigen die Zuzahlungen für die Pflege im Heim weiter“, sagt Scheller-Kreinsen. Das habe unter anderem mit gestiegenen Lohnkosten und inflationsbedingten Tarifsteigerungen zu tun.

Und er Ausblick? Eher trübe. In einer Prognose zur weiteren Entwicklung der pflegebedingten Eigenanteile hat das Wido verschiedene Szenarien durchgespielt. „Wenn man von einer im Vergleich zu den Vorjahren eher moderaten Steigerung der Zuzahlungen um 10 Prozent ausgeht, werden die Eigenanteile inklusive Unterkunft und Verpflegung sowie Investitionskosten im Jahr 2029 eine durchschnittliche Gesamtbelastung von 3.812 Euro pro Monat ergeben“, so Scheller-Kreinsen.

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