„Das ist unwürdig“

Lauterbach sieht Eigenanteil für Pflege auf 4.000 Euro steigen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD): Vorschlag zur Reform der Pflege nach der Sommerpause
© picture alliance/dpa | Jens Kalaene
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD): Vorschlag zur Reform der Pflege nach der Sommerpause
In einem Interview zeigt sich Gesundheitsminister Karl Lauterbach besorgt über die stark steigenden Eigenanteile in der Pflege. Nach der Sommerpause will er deshalb eine Reform angehen.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erwartet weiter kräftig steigende Eigenanteile in der Pflege, wenn es keine Reform gibt. „Wenn wir nichts dagegen machen, kommen wir in ein paar Jahren auf Eigenanteile von 4.000 Euro pro Monat“, sagte der Minister den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“.

Erst im Juli berichtete der Verband der Ersatzkassen (VDEK), wo die aktuellen Eigenanteile für einen Platz im Pflegeheim jetzt schon liegen. Er bezog sich dabei auf eine Auswertung vom 1. Juli 2024. Ergebnis: Im ersten Aufenthaltsjahr betrug er bundesweit durchschnittlich 2.871 Euro pro Monat. Was einen Aufschlag von knapp 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ergibt.

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Im zweiten Jahr müssen Gepflegte 2.620 Euro zuschießen, was 10 Prozent mehr sind als im Vorjahr. Und im dritten Aufenthaltsjahr sind es 2.284 Euro – 8 Prozent Aufschlag. Ab dem vierten Jahr beträgt der Eigenanteil 1.865 Euro, was 5 Prozent mehr sind als im Vorjahr.

Lauterbach treiben diese Anstiege offenbar um. Viele Ältere hätten bereits jetzt Angst davor, ins Pflegeheim zu gehen, so der Minister weiter: „Das ist unwürdig.“ Andererseits könne man das Pflegeniveau nicht auf dem jetzigen Stand halten, ohne noch mehr Geld in die Hand zu nehmen.

Nach der Sommerpause will er demnach aktiv werden und etwas vorschlagen, wie man die Pflege reformieren kann. Offenbar soll es darum gehen, die Pflege zuhause und die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte zu verbessern. Mehrere Gesetze seien dazu in Arbeit. „Pflegekräfte sollen mehr Entscheidungsbefugnisse bekommen. Wir werden mehr Pflegekräfte aus dem Ausland anerkennen, mehr Interessierte zu Pflegeassistenten ausbilden und Pflege in den eigenen vier Wänden bis zum Lebensende möglich machen“, so einige Pläne des SPD-Mannes.

Auch andere Parteien fordern, dass die Pflege in Deutschland runderneuert und stabil aufgestellt wird. Einige Stimmen hat das „Ärzteblatt“ hier einmal zusammengetragen. Andere Parteien wie zum Beispiel die FDP halten dagegen und fordern, dass die Menschen mehr privat für die Pflege vorsorgen, zum Beispiel über Pflegeversicherungen.

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2 Antworten

  1. Woher Hr. Lauterbach seine Weisheiten geflüstert bekommt, weiss ich nicht. Die Quellen scheinen jedoch uralt zu sein. Heute sind bereits Eigenanteile in der Pflege bei 4.000€ angekommen. Und das nach 2 Jahren Pflegeheim, wo doch angeblich eine Entlastung stattfinden soll. Und ich rede nicht pauschal, sondern aus eigenen Erfahrungen in der Familie.
    Traurig aber wahr was hier passiert und wie unwissend die Politik ist.

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