MSCI-World-ETFs versus Asset Allocation

Person mit Globus – der MSCI World ETF scheint wie das ideale Investment.

Die Polarisierung in der Gesellschaft hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Oft gibt es nur noch schwarz und weiß, die vielen Grautöne werden geflissentlich ausgeblendet. Auch in der Geldanlage oder der Altersvorsorge gibt es Bereiche, wo gerne polarisiert wird. In einer neuen Serie schauen wir uns einige Beispiele dazu an. Wir schlagen uns nicht auf eine Seite, sondern zeigen Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Ansichten. Denn selten gibt es die eine Lösung, die alle glücklich macht – und oft kann auch die Kombination die passende Alternative sein.

Ein erstes Beispiel sind ETFs auf den MSCI World Index. Sie werden häufig als einzig seligmachende Anlage für den Vermögensaufbau oder die Altersvorsorge gepriesen. Gleichzeitig mehren sich die Kritiker des Welt-Index.

Was für MSCI-World-ETFs spricht

Der MSCI World Index ist ein etablierter Index, der rund 1300 Aktien aus 23 Industriestaaten enthält. Er deckt etwa 85 Prozent der Streubesitz-Marktkapitalisierung in jedem dieser Länder ab. Über einen ETF auf diesen Index erhalten Anleger einen Zugang zur globalen Aktienwelt – und auf zwar auf einfache, transparente und sehr günstige Art und Weise. Der Preiskampf hat die Gebühren noch weiter sinken lassen. UBS bietet jetzt einen ETF auf den MSCI World Index mit 0,06 Prozent laufenden Kosten an. Auch bei der Performance müssen sich MSCI-World-ETFs nicht verstecken. Der Index hat sich gut entwickelt. So schaffte der rund 100 Milliarden Euro schwere MSCI-World-ETF von iShares über die vergangenen zehn Jahre eine annualisierte Rendite von 10,7 Prozent auf US-Dollar-Basis (Stand: Ende Juli 2025).

[mehr_zum_thema title=“Mehr zum Thema“]

Warum Asset Allocation wichtiger ist als ein einzelner ETF

Kritiker bemängeln, dass die Risikodiversifizierung eines MSCI-World-ETF aktuell viel geringer ist, als so mancher denkt. Der MSCI World gewichtet die Aktien nach Marktkapitalisierung. Je höher der Börsenwert des Unternehmens desto höher der Anteil am Index. Dadurch ist die Dominanz des US-Aktienmarkts, dem mit Abstand größten Aktienmarkt der Welt, auf 70 bis 75 Prozent gewachsen. Auf Sektorebene dominieren heute IT-Werte, die mehr als ein Viertel des Index ausmachen. Hinzu kommt ein hohes Klumpenrisiko: Gut 20 Prozent der Indexperformance bestimmen die fünf Unternehmen Nvidia, Microsoft, Apple, Alphabet und Amazon.
Weiterer Kritikpunkt: Schwellenländer inklusive China finden im Index nicht statt. Ebenso wenig sind Aktien kleinerer Unternehmen vertreten.

Die Rolle der Asset Allocation

Für den langfristigen Vermögensaufbau ist eine ausgewogene Asset Allocation entscheidend. Statt sich auf eine Ein-Produkt-Lösung wie den MSCI World zu verlassen, sollten Anleger eine breitere Diversifikation anstreben. Eine durchdachte Asset Allocation berücksichtigt nicht nur eine bessere Streuung innerhalb des Aktienportfolios, sondern auch andere Anlageklassen wie Anleihen, Rohstoffe oder Gold.

Eine solche Strategie ermöglicht es, das Risiko-Rendite-Profil individuell auf die Bedürfnisse und die Risikoaffinität des Anlegers abzustimmen. Während ein MSCI-World-ETF in einer globalen Asset Allocation durchaus eine Rolle spielen kann, sollte er nicht als alleinige Lösung betrachtet werden. Vielmehr ist er ein Baustein in einem umfassenderen Ansatz, der auf Diversifikation und Risikomanagement setzt.

Fazit

Der MSCI World Index und die darauf basierenden ETFs bieten eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, in den globalen Aktienmarkt zu investieren. Doch sie erfüllen nicht die Anforderungen an eine wirklich ausgewogene und risikooptimierte Asset Allocation. Anleger sollten daher nicht allein auf den MSCI World setzen, sondern eine breitere Diversifikation und eine aktive Steuerung ihrer Investments in Betracht ziehen. Denn nur so lässt sich eine nachhaltige und stabile Vermögensentwicklung sicherstellen.

Ähnliche Beiträge

Nicht verpassen!

Pfefferminzia Pro

Hier sollte ein Text stehen, der die Vorteile von Pfefferminzia Plus erklärt, wie günstig man mitmachen kann, wie viele Partner*innen dabei sind und warum kein*e Makler*in ohne auskommen kann!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert