Der 1,8-Billionen-Hebel

Warum nachhaltige Altersvorsorge so schwierig ist

Wirtschaftsminister Robert Habeck im September in Wewelsfleht, Schleswig-Holstein: Spatenstich für die Stromtrasse Suedlink
© picture alliance/dpa | Christian Charisius
Wirtschaftsminister Robert Habeck im September in Wewelsfleht, Schleswig-Holstein: Spatenstich für die Stromtrasse Suedlink. Geld aus Altersvorsorge kann und sollte auch in die Energiewende fließen
Die Versicherungsbranche verwaltet Billionensummen, und jedes Jahr kommen Milliarden hinzu, das meiste davon für die Altersvorsorge. Wäre das Geld nachhaltig angelegt, könnte das zweifellos viel bewegen. Leider ist das nicht so einfach, wie ein Blick auf Regulierung, aber auch auf Produkte zeigt.

Als Gegenbeispiel steht die Axa mit der Fondsrente Greeninvest und dort 27 Fonds. Nach eigenen Angaben sind für Greeninvest 24 Fonds zugelassen, 20 davon sind Aktienfonds. Das ist sehr überschaubar. Aber immerhin fallen keine Fonds mehr weg, denn alle sind nach Artikel 8 oder 9 eingestuft, weil die Police selbst schon nachhaltig ist. Helvetia Clevesto hingegen kann man auch mit Fonds nach Artikel 6 bestücken, was die Palette insgesamt natürlich enorm verbreitert. Es sind solche Feinheiten, die nicht schlimm sind, die man aber bei der Auswahl beachten muss.

Leistung bleibt am Ende doch wichtiger als Nachhaltigkeit

Was man nie vergessen sollte: Trotz allem Hang zur Nachhaltigkeit geht es in erster Linie um vernünftige Vorsorge. Vertrauen zum Versicherer ist wichtig, sagt Andreas Kick. Und man dürfe das grundlegende Ziel der Vorsorge nicht aus den Augen verlieren: „Ein Altersvorsorgeprodukt muss von der Grundausgestaltung her zum Vorsorgenden passen.“

Das würde Bastian Hopf sofort so unterschreiben. „Letztlich kommt es für den Kunden auf die Ablaufleistung in Verbindung mit einer Rente an“, so der Makler aus Coburg, der im vergangenen Jahr den Titel „Nachhaltigster Makler Deutschlands“ gewann. Wichtige Faktoren seien Schlussüberschüsse, Rentenfaktoren (aktuell und garantiert), Zuzahlungen und Kosten. Hopfs Favorit ist die Alte Leipziger: „Sie überzeugt mich in allen Punkten. Außerdem bevorzuge ich für solche langfristigen Verträge Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit.“

Auch die in den Policen enthaltenen Fonds sieht er sich regelmäßig an. Er achtet auf Ratings, Wertentwicklung, aber auch fortlaufende, aktuelle Informationen. „Ich tausche mich regelmäßig mit Fondsexperten bei der Alten Leipziger aus und besuche Veranstaltungen von Investmentgesellschaften“, erklärt Hopf.

Sonderfall Pangaea Life

Damit bleibt nur noch zu klären, warum die Pangaea-Life-Invest-Tarife in solchen Fondspolicen-Ratings nicht auftauchen – was dort übrigens regelmäßig für Schluckauf sorgt. Schließlich besteht der in den Policen eingebaute Fonds Blue Energy ausschließlich aus Infrastrukturobjekten für erneuerbare Energien. Und der Blue Living enthält ausdrücklich Immobilien, die bestimmte nachhaltige Kriterien erfüllen, zum Beispiel Energiestandards und soziale Komponenten. Geht’s noch ESG-mäßiger? Wohl kaum.

Des Rätsels Lösung ist der Umstand, dass die Policen bei Rating-Agenturen gar nicht wirklich als Fondspolicen laufen. Das IVFP ordnet sie zum Beispiel bei „Privatrenten-Tarife (Comfort)“ ein. Und das, obwohl beide Blue-Fonds ordentlich reguliert daherkommen.

Immerhin ging das Institut im jüngsten Rating auf die Problematik ein und schrieb: „Der Nachhaltigkeitsansatz der Fondspolice ‚Pangaea Life Investment Rente‘ wurde aufgrund der Einzigartigkeit im Anlagekonzept mit einem Spezialfonds in einer gesonderten Untersuchung als ausgezeichnetes Produkt vom IVFP bewertet.“

Und das ist doch auch schon was.

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