Trotz Dauerangriffen aus dem Netz

Warum sich die Cyberversicherung entspannt

Das St Thomas' Hospital in London wurde im Sommer 2024 Opfer einer Ransomware-Attacke. Die Hacker fischten Daten ab und veröffentlichten sie online
© picture alliance / ZUMAPRESS.com | Vuk Valcic
Das St Thomas‘ Hospital in London wurde im Sommer 2024 Opfer einer Ransomware-Attacke. Die Hacker fischten Daten ab und veröffentlichten sie online
Sie versuchen es weiter – nach wie vor fluten Hacker Unternehmen und Organisationen mit Erpresser-Software, Ransomware. Trotzdem beobachtet Aon, dass sich der Markt für Cyberversicherungen entspannt und Prämien sinken. Warum nur?

Zunächst das Übliche: Die Zahl der Schadenfälle in der Cyberversicherung zieht weiter kräftig an. Die Abteilung Aon Cyber and Errors and Omissions (E&O) zählte 1.228 Cyber-Vorfälle die ihre Maklerkunden im Jahr 2024 entgegennahmen. Das sind satte 22 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Im Jahr 2015 waren es sogar nur 107.

Das geht aus dem globalen Cyber-Risiko-Bericht des Beratungs- und Dienstleistungsunternehmens Aon hervor. Darin geht es um 1.414 globale Cybervorfälle.

Den größten Teil der eingangs erwähnten Schadensfälle machten Cybervorfälle und Rechtsstreitigkeiten aus. 776 gemeldete Fällen in den USA – ein Anstieg um ein Drittel gegenüber dem Vorjahr – und 320 Fälle in der Region Europa, Nahost, Nordafrika (Emea).

Drei Treibfedern fallen ins Gewicht:

  • generell mehr Cybervorfälle
  • mehr Unternehmen sind cyberversichert
  • Regulatoren verlangen verstärkt, dass Cybervorfälle offengelegt werden

Und trotzdem bezeichnet Aon den Markt für Cyberversicherungen als „käuferfreundlich“. Das liegt daran, dass die Hacker weniger Erfolge mit ihren Attacken feiern. Unangefochtener Spitzenreiter unter den Hackermethoden bleibt die sogenannte Ransomware – Täter verschlüsseln also Daten und Systeme und verlangen Lösegeld (Englisch: Ransom). Die Zahl solcher Vorfälle stieg 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 24,1 Prozent. Im Jahr davor hatte sie sich mit plus 180,8 Prozent fast verdreifacht.

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Doch nun die gute Nachricht: Trotzdem sank die Summe der Lösegelder. Die durchschnittlich gemeldeten Zahlungsbeträge gingen um bemerkenswerte 77 Prozent zurück. Bei Aon vermutet man, dass das an den strengeren Cybersicherheitskontrollen liegt.

In dem Zusammenhang zitiert Aon einen Bericht von Coveware, wonach stetig weniger erpresste Unternehmen überhaupt Lösegeld zahlen. Nämlich nur noch jedes vierte, was zugleich historischer Tiefstand ist. Offenbar haben viele Unternehmen inzwischen Notfallpläne entwickelt (was Cyberversicherer immer wieder anmahnen) und ihre Daten gesichert.

Im vierten Quartal 2024 betrug das mittlere gezahlte Lösegeld (Median) 110.890 US-Dollar. Das sind 45 Prozent weniger als in den drei Monaten zuvor. Gut für die Schadenquoten der Cyberversicherer.

Genau das ist der Grund, weshalb die Prämien für Cyberversicherungen trotz des Trommelfeuers der Hacker gleichbleiben oder sogar sinken. Für das erste Quartal 2025 verzeichnete Aon um 7 Prozent gesunkene Prämien. Auch davor ging es schon abwärts, wie die folgende Grafik zeigt.

Wie sich Prämien für Cyberversicherungen pro Quartal verändert haben (Quelle: Aon)
Wie sich Prämien für Cyberversicherungen pro Quartal verändert haben (Quelle: Aon)

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