Kolumne

Warum Beratung und Vertrieb endlich weiblicher werden (müssen)

© Claudia Jacquemin
Tom Wonneberger (rechts) und Stephan Busch sind Versicherungsmakler und Inhaber der Progress Finanzplaner in Dresden.
Frauen werden schlechter bezahlt und haben geringere Renten. Frauen sind unterrepräsentiert in Führung und Vertrieb. Das wird sich zukünftig ändern. Was das für den Vermittlerbetrieb bedeutet, erklären die Versicherungsmakler Stephan Busch und Tom Wonneberger von Progress Finanzplaner in diesem Beitrag.
Was sich ändern muss: Absicherung

Der Vertrieb muss bei der Erstellung von Absicherungskonzepten die sich ändernden Rollen berücksichtigen. War es „früher“ üblich (und bereits falsch) allein den Hauptverdiener und Ernährer abzusichern, benötigen Lebenspartner und Lebenspartnerin beziehungsweise beide Elternteile eine adäquate Absicherung. Das bedeutet auch, die wahrscheinlich vermehrt auftretenden Brüche in den Erwerbsbiografien zu berücksichtigen. Beide treten zukünftig zeitweise aus dem Berufsleben aus, um Pflege-Arbeit zu übernehmen. Das verlangt auch den Produktabteilungen mehr Kreativität ab, um flexiblere Absicherungskonzepte zu entwerfen.

Was sich ändern muss: Betriebe

Die aus unserer Sicht größte Veränderung betrifft den Vertrieb selbst. Allgemein bringen Frauen natürlich ein größeres Verständnis und einen besseren Zugang zu anderen Frauen mit als Männer. Was liegt also näher, als den Vertrieb femininer werden zu lassen? Doch auch hier stehen die klassischen Strukturen im Wege. Der Vertrieb ist vielfach nach wie vor zahlen-, umsatz- und geldgetrieben. Auch hier ging und geht es vor allem um Status und Vermögen. Werte, die Frauen weniger anziehen. Aus diesem Grund sind eben auch nur 10 bis 20 Prozent der Vermittler in Deutschland weiblich.

Betriebe, die weiblicher werden möchten, brauchen also andere Qualitäten, um Frauen für den Vertrieb zu begeistern. Das könnten sein: flexiblere Arbeitszeiten, Möglichkeit der Heimarbeit, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Übernahme bestimmter familienbezogener Kosten, Beteiligung an Kosten für Care-Arbeit, vertrauensvolles Betriebsklima, unkomplizierte Teilzeitmöglichkeiten, flache Hierarchien, Beratung statt Verkauf, gesellschaftliches und soziales Engagement, Nachhaltigkeit, Sinn.

Ach ja, oben an steht natürlich die gerechte und vor allem gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Jede einzelne Maßnahme hilft dabei, den Betrieb für Frauen und junge Mitarbeiterinnen attraktiver zu machen. Je mehr Frauen im Vertrieb und der Beratung tätig sind, desto besser wird es ihnen gelingen, die Bedürfnisse von Kundinnen zu adressieren und deren Probleme zu lösen.

Über die Autoren

Stephan Busch und Tom Wonneberger sind Versicherungsmakler und Inhaber der Progress Finanzplaner aus Dresden https://www.progress-dresden.de

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