Wie Versicherungen mit Barrierefreiheit ihre Marke schärfen

Artur Gawron (links) und Theodor Waber von der Digitalagentur Wert Eins.

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) bietet Versicherungsunternehmen eine Chance, ihre Marke neu zu positionieren. Barrierefreiheit wirkt nicht nur auf die äußere Wahrnehmung der Marke, sondern eröffnet Möglichkeiten, die Markenidentität und -kommunikation gezielt weiterzuentwickeln.

Von der emotionalen Ansprache neuer Zielgruppen bis hin zur Steigerung der Authentizität und Glaubwürdigkeit in der Kundenkommunikation – wer Barrierefreiheit aktiv umsetzt, kann Vertrauen aufbauen, Verantwortung zeigen und sich durch einen inklusiven Markenkern differenzieren. Zudem stärkt es die interne Unternehmenskultur und das Engagement der Mitarbeitenden, wodurch das Brand Building von innen heraus unterstützt wird.

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#1 Barrierefreiheit im Corporate Design verankern

Barrierefreie Gestaltung ist nicht nur eine Frage technischer Umsetzung, sondern kann ein Teil der Markenidentität werden. Versicherer, die ihr Corporate Design konsequent barrierefrei gestalten – etwa durch skalierbare Schriftgrößen, kontrastreiche Farbpaletten oder eine integrierte Vorlesefunktion – senden ein klares Signal: Zugänglichkeit ist Bestandteil des Marken-Selbstverständnisses. So wird Barrierefreiheit nicht nur erfüllt, sondern aktiv kommuniziert und kann als Markenelement etabliert werden.

#2 Inklusion als Bestandteil der Markenkommunikation

Barrierefreiheit lässt sich auch in der Kommunikation glaubwürdig und nahbar verankern. Versicherer, die authentische Geschichten von Kundinnen und Kunden mit unterschiedlichen Bedürfnissen erzählen, schaffen emotionale Anknüpfungspunkte – ohne Pathos, aber mit Haltung. Das kann etwa durch dokumentarisch geprägte Kampagnen auf Social Media geschehen, in denen Barrierefreiheit als selbstverständlicher Teil der Service-Erfahrung gezeigt wird.

#3 Neue Kundengruppen gezielt erreichen

In Deutschland leben rund 13 Millionen Menschen mit Behinderungen. Hinzu kommen ältere Personen und Menschen mit temporären Einschränkungen. Versicherer, die barrierefreie Services nicht als Ausnahme, sondern als Standard etablieren – etwa über eine barrierefreie Schadenmeldung per Videochat mit Gebärdensprachdolmetscher – öffnen sich gezielt diesen Kundengruppen. Zugleich entsteht ein Signal nach außen: Gleichbehandlung ist ein gelebter Unternehmenswert.

#4 Innovationspotenzial nutzen

Barrierefreiheit kann Impulsgeber für Service-Innovationen sein. Wer neue, leicht zugängliche Formate entwickelt – etwa Vertragsunterlagen in leichter Sprache, digital wie analog – verbessert nicht nur die Verständlichkeit, sondern differenziert sich im Wettbewerb. Die Perspektive der Nutzerinnen und Nutzer mit besonderem Unterstützungsbedarf dient dabei als Treiber für alle Kundengruppen.

#5 Interne Verankerung und kulturelle Wirkung

Barrierefreiheit wirkt nicht nur extern, sondern entfaltet auch intern kulturelle Wirkung. Unternehmen, die Mitarbeitende in inklusiver Kommunikation schulen oder barrierearme Arbeitsprozesse etablieren, fördern ein offenes, reflektiertes Arbeitsumfeld. Das stärkt nicht nur die Servicequalität, sondern auch Identifikation und Engagement – und macht die Marke glaubwürdig nach innen wie außen.

Fazit

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz ist mehr als eine regulatorische Vorschrift – es kann ein Impuls für die Weiterentwicklung der Unternehmensmarke sein. Versicherer, die Barrierefreiheit ganzheitlich denken und als Teil ihrer Unternehmensidentität begreifen, können ihr Markenprofil schärfen, Verantwortung sichtbar leben und sich im Markt differenzieren.

Über die Autoren

Artur Gawron ist Partner und Geschäftsführer der Digitalagentur Wert Eins aus Essen. Theodor Waber ist Partner bei Wert Eins. Mit klarem Branchenbekenntnis zum Versicherungssektor spielen die Digitalexperten die volle Klaviatur in der Entwicklung und Gestaltung digitaler Versicherungsprodukte und -services.

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