Bafin findet Seltsames

Wenn Zielgruppen zu groß und Renditeziele zu niedrig sind

Versicherungsaufseherin Julia Wiens (Bafin): „Über die Höhe der Kosten nachdenken“
© Bafin / Matthias Sandmann
Versicherungsaufseherin Julia Wiens (Bafin): „Über die Höhe der Kosten nachdenken“
In einer Rede geht Versicherungsaufseherin Julia Wiens von der Bafin auf mehrere aktuelle Trends und Aspekte der Branche ein. Darunter auch eines ihrer Lieblingsthemen: der Kundennutzen von Lebensversicherungen. Tatsächlich beobachtet ihre Behörde dort manchmal seltsame Dinge.

Der Kundennutzen von Lebensversicherungen treibt Julia Wiens nach wie vor gewaltig um. Daran ließ die Exekutivdirektorin Versicherungs- und Pensionsfondsaufsicht der Bafin, auch in ihrer diesjährigen Rede auf dem „Handelsblatt Strategiemeeting Lebensversicherung“ keinen Zweifel.

Genaugenommen sprach sie über zwei Umstände, die ihre Behörde immer wieder beobachtet, aber nicht hinnehmen will. Sie drehen sich um den Zielmarkt für Produkte und Renditeziele.

Zielmarkt

„Wir erwarten, dass Versicherer den jeweiligen Zielmarkt ihrer Produkte genau definieren“, stellt Wiens klar und schildert dann aber folgenden Auswuchs: Manche Versicherer legen die Zielgruppe für ihre Lebensversicherungen – unter die auch fondsgebundene Rentenversicherungen fallen – enorm breit an. Manche schließen so gut wie alle Menschen ein (außer Kinder): Studenten, Berufseinsteiger, Eltern, Menschen kurz vor dem Ruhestand.

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Nicht ganz einheitlich, diese Zielgruppe, möchte man meinen. Und das sieht auch die Bafin-Frau so: „Wer seinen Zielmarkt so weit definiert, muss sicherstellen, dass sein Produkt solch unterschiedlichen Bedürfnissen auch wirklich gerecht wird. Nur dann kann es einen angemessenen Kundennutzen bieten. Und wenn Versicherer feststellen: Ein großer Teil des Zielmarkts möchte sich frühzeitig von seinem Vertrag lösen, dann müssen sie das berücksichtigen. Also den Zielmarkt anpassen. Oder das Produkt.“

Renditeziele

Im Rahmen der Produktfreigabeverfahren müssen Versicherer auch Renditeziele angeben, die das Produkt erreichen soll. Und wie die Bafin festgestellt hat, sind die zuweilen recht niedrig. Da steht zum Beispiel bei einer Police mit Aktienfonds ein Renditeziel von 2 Prozent in den Unterlagen. Und das angesichts dessen, dass Aktienfonds in den vergangenen Dekaden im Normalfall 6 Prozent oder mehr abgeliefert haben.

Leider ist das noch nicht alles, und an der Stelle wird Julia Wiens deutlich: „Wenn man dann noch bedenkt, dass manche Unternehmen gleichzeitig Effektivkosten von 4 Prozent ausweisen, muss ein Produkt allerdings eine Vorkostenrendite von 6 Prozent erreichen. Das wiederum erscheint recht ambitioniert. In solchen Fällen wäre es besser, einmal über die Höhe der Kosten nachzudenken.“ Eine Forderung, mit der sie übrigens nicht allein dasteht. Hohe Kosten prangern auch Verbraucherschützer regelmäßig an.

Noch eine andere Sache scheint am Markt nicht zu passen: Manche Versicherer setzen demnach (in Einzelfällen) bei höchst unterschiedlichen Strategien dieselben Renditeziele an, zum Beispiel bei Rentenfonds und Aktienfonds. Laut Wiens widerspricht das schon dem gesunden Menschenverstand.

Und dann wäre da noch …

… ein Thema, das der Verbraucherschutz ebenfalls gern auf dem Kieker hat: die Rentenphase. Die Bafin will prüfen, ob die Renten im angemessenen Verhältnis zum dafür genutzten Vermögen stehen. Daten habe man schon eingesammelt, so Wiens, und derzeit wertet man sie aus.

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