280.000 Unfälle im Jahr 2023

Wildunfall: Durchschnittlicher Schaden beträgt 3.850 Euro

Reh steht im Wald: Aktuell sollten Autofahrer langsamer fahren, um einen Wildunfall zu vermeiden.
© Wirestock / Freepik
Wild steht im Wald: Aktuell sollten Autofahrer langsamer fahren, um einen Wildunfall zu vermeiden.
April und Mai ist eine typische Jahreszeit, in der Autofahrer gerade in Waldgebieten vorsichtiger fahren sollten, um einen Wildunfall zu vermeiden. Für Versicherer gehen diese ganz schön ins Geld. Wieviel sie 2023 für diese Schäden in die Hand nehmen mussten und wie Autofahrer am sichersten unterwegs sind.

Die Gefahr, dass Autofahrer einen Wildunfall verursachen, ist nach Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in den kommenden Wochen höher als in jeder anderen Jahreszeit. Autofahrer sollten daher in Waldabschnitten und an Feldrändern besonders vorsichtig fahren und immer bremsbereit sein.

Vorausschauendes Fahren hilft, sich und andere bei Wildwechsel nicht zu gefährden“, sagt die stellvertretende GDV-Hauptgeschäftsführerin Anja Käfer-Rohrbach. Im Jahr 2023 mussten deutsche KFZ-Versicherer für über 280.000 Wildunfälle mit kaskoversicherten Autos aufkommen. Dabei entstanden Schäden in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro – fast 3 Millionen Euro pro Tag. Der durchschnittliche Schaden nach einem Wildunfall betrug 3.850 Euro.

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Die folgenden 7 Schritte sollten Autofahrer nach einem Wildunfall beachten:
  1. Unfallstelle sichern: Warnblinklicht einschalten, Warndreieck aufstellen.
  2. Die Polizei benachrichtigen.
  3. Ein verletztes oder getötetes Tier möglichst nicht anfassen. Das Bergen des Tieres ist Aufgabe des Försters oder Jagdpächters.
  4. Fotos vom Unfallort, vom Tier und vom Fahrzeug machen. Das ist hilfreich, damit Versicherer den Schaden schnell bearbeiten können.
  5. Eine Wildunfallbescheinigung von Polizei, Förster oder Jagdpächter ausstellen lassen.
  6. Den Versicherer anrufen, bevor die Wildspuren beseitigt sind oder das Fahrzeug repariert, verschrottet oder verkauft wird.

Gefahr droht insbesondere in den Morgenstunden und während der Dämmerung. „Mit der Zeitumstellung ist der Berufsverkehr wieder mehr in die Zeit der Dämmerung gerückt, wenn viele Wildtiere auf Nahrungssuche sind. Das bedeutet erhöhte Kollisionsgefahr“, warnt Käfer-Rohrbach.

Lieber keine riskanten Ausweichmanöver

Trotzdem seien riskante Ausweichmanöver nicht ratsam: „Die Kollision mit einem anderen Auto oder einem Baum ist in der Regel gefährlicher als der Zusammenprall mit einem Wildtier“, so Anja Käfer-Rohrbach. Ist ein Aufprall nicht mehr vermeidbar, sollten Autofahrer mit festgehaltenem Lenkrad komplett bremsen.

Wenn Fahrer Wildtiere auf der Straße sehen, sollten sie das Licht abblenden, bremsen und hupen – so können sie Tiere in der Regel verscheuchen. „Fernlicht oder die Lichthupe sollten Autofahrer hingegen nicht nutzen, da geblendete Tiere nicht weglaufen, sondern stehen bleiben“, empfiehlt Anja Käfer-Rohrbach.

Schäden am eigenen Auto begleicht die Kaskoversicherung

Schäden am eigenen Auto, die durch Haarwild wie Rehe und Wildschweine entstehen, begleicht die Voll- beziehungsweise Teilkaskoversicherung. Einige Versicherer haben ihren Schutz zusätzlich auf Unfälle mit bestimmten weiteren oder auch Tieren aller Art ausgeweitet. Auf den persönlichen Schadenfreiheitsrabatt hat ein Wildschaden keinen Einfluss.

Wer für sein Auto nur eine KFZ-Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat und keine Kasko-Versicherung, muss die Schäden an seinem eigenen Auto nach einem Wildunfall selbst bezahlen. Im Jahr 2023 verzichteten rund 11 Prozent der Autofahrer auf den Schutz einer Kaskoversicherung.

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