Diskussion im Finanzausschuss

Kommt das Provisionsverbot für beratungsfreie Anlagen?

© Deutscher Bundestag
Andrea Liesenfeld von der EU-Kommission argumentiert von einer höheren Rendite für die Anleger, wenn sie keine Provisionen für beratungsfreie Anlagen zahlen müssen.
Weniger Kosten und dafür mehr Rendite – das soll ein Provisionsverbot für beratungsfreie Anlagen in Deutschland erreichen. Ob das sinnvoll ist oder nicht, darüber diskutierten verschiedene Sachverständige aller Fraktionen im Finanzausschuss.

Die Europäische Kommission möchte die Provisionen für beratungsfreie Anlagen abschaffen. Damit sollen die Kosten für Anleger sinken und sie mehr Rendite erhalten. In einer öffentlichen Anhörung des Finanzausschusses zum Thema „Kapitalmarkt für Kleinanleger“ diskutierten geladene Experten auf einen Antrag der CDU/CSU-Fraktion (20/9496) über die geplante EU-Kleinanlegerstrategie.

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Der von der AfD-Fraktion geladene Sachverständige Philipp Bagus, Ökonomie-Professor an der Universidad Rey Juan Carlos in Madrid, wandte sich generell dagegen, Märkte zu regulieren. Steffen Sebastian, Professor für Immobilienfinanzierung an der Universität Regensburg, den die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen geladen hatte, sieht das anders. Er verwies auf Studien, denen zufolge insbesondere Sparer mit kleinen und mittleren Einkommen von einer Regulierung der Provisionen im Finanzvertrieb profitieren und nannte eine Erhöhung des Ertrags von 2 Prozent jährlich.

Höhere Renditen als Argument für das Provisionsverbot

Darauf wies auch Andrea Liesenfeld von der EU-Kommission hin. Die Kosten in Deutschland seien derzeit höher als in anderen Ländern, in denen bereits ein Provisionsverbot bestehe. Als Positiv-Beispiele wurden hier die Niederlande und das Vereinigte Königreich genannt. „Das Provisionsverbot führt zu niedrigeren Kosten und damit zu höheren Renditen für den Kleinanleger“, so Liesenfeld.

Die Privatbank ING Diba, die als Sachverständige der Unionsfraktion anwesend war, sieht das anders und erklärte, dass beispielsweise passiv verwaltete Fonds (ETFs) günstig und für die Anleger leicht zu verstehen seien. Ähnlich äußerte sich der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute und lehnt ebenfalls ein teilweises Provisionsverbot ab.

Die Unionsfraktion fordert die Bundesregierung nun auf, sich in Brüssel für eine Reihe von Aspekten bei der geplanten Kapitalmarktreform einzusetzen, unter anderem gegen das geplante Provisionsverbot für beratungsfreie Anlagen.

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